Packliste für Radtouren – Was, wie, warum und weshalb

pause-hwy-g219-xinjiang-china

Eine detaillierte, praxisorientierte Packliste für Radtouren hätte ich mir für meine „Premierentour“ ans Nordkapp, damals 1997, auch gewünscht. Und auch hier auf der G217 Richtung Tibet (Tour von Deutschland nach Hongkong, 2007) hab ich für die Etappe durch und über den Himalaja nochmal ordentlich Ausrüstungsgewicht abgespeckt.

Ich weiß noch ganz genau wie ich mich ohne irgendeine Erfahrung mit Mehrtages-Radtouren- oder Leicht-Camping auf meine erste lange Radtour ans Nordkap vorbereitet habe. Internet-Shopping war damals noch eine schöne, weit entfernte Zukunftsvision und darum gestaltete sich der Ausrüstungskauf so, dass ich regelmäßig zum nächstgelegenen Reise- und Outdoor-Ausstatter, etwa 20km entfernt, pilgerte.

Das war natürlich eine völlig neue und spannende Welt – Zelte, Schlafsäcke, Kanus, Luftlandebleche und Sandschaufeln für Autos, aber auch so unnötigen Klimbim wie zerlegbare Sektgläser für den „Sundowner“.

Gewicht, Packmaß, Notwendigkeit, Haltbarkeit und nicht zuletzt Kosten sind wichtige Parameter die miteinander in Einklang gebracht werden wollen.

Zwei Extreme

Grundsätzlich gibt es zwei extreme Positionen, gegensätzliche Pole sozusagen, die man anstreben bzw. Wege die man verfolgen kann:

  1. Das sogenannte „Kreditkarten-Touren“ – man hat nur das Nötigste dabei – Jacke, Flickzeug und Geld um alles andere was man braucht zu kaufen.
  2. Die „Schwerlastfraktion“ die möglichst unabhängig sein will und alles Mögliche – und oft auch Unmögliche – mitschleppt. Frei nach dem Motto: „könnte man ja mal brauchen“.

Beide Ansätze sind meiner Meinung nach nicht wirklich langstreckentauglich, obwohl man unterwegs auch Anhänger beider Fraktionen trifft, und die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen.

Warum?
Langzeit-Kreditkartentouren dürften für die meisten nicht finanzierbar sein, jedenfalls nicht in Europa, Australien und Nordamerika. Leute hingegen, die ALLES und noch mehr mitschleppen haben meist ein übersteigertes Sicherheitsbedürfnis.

Meine Packliste für Radtouren

Nach vielen Jahren Recherche, Ausprobieren und diversen „Feld-Tests“ dachte ich, dass es mal an der Zeit wäre selbst mal eine detaillierte Auflistung davon zu veröffentlichen was ich so an Ausrüstung auf (Rad-) Touren verwende bzw. verwenden würde, wenn ich heute nochmal auf eine längere Tour starten würde.

Persönliche Ausrüstungslisten sind natürlich immer so eine Sache, denn was für den einen gut ist taugt dem anderen noch lange nicht. Man sollte sich daher auch nicht sklavisch daran halten sondern es als Inspiration sehen und als Basis um sich über die eigenen Bedürfnisse klar zu werden.

Vielleicht den wichtigsten Rat den ich geben kann ist die Weniger ist mehr-Maxime immer im Blick zu haben. Lasst euch nicht von dem Überangebot verführen und versucht dem „könnte man mal brauchen“ Kaufimpuls zu widerstehen. Wenn ihr es denn mal braucht, geht es entweder ohne, man improvisiert was oder „die Lösung des Problems“ resultiert in einer Geschichte die ihr hinterher erzählen könnt. Und das ist es ja auch was der Sinn des ganzen ist: Erleben und hinterher Geschichten erzählen zu können.

So, genug der Vorrede, jetzt aber zur Liste!

Rad und Packtaschen

Fahrrad

Ganz allgemein habe ich mich mental vom „Fully Loaded Touring“ oder auch „Schwerlastfraktion“ auf deutsch, dem Touren mit 2 Taschen vorne und 2 hinten plus Gepäckrolle, schon zu Zeiten verabschiedet als ich noch „so“ oder so ähnlich unterwegs war. Der Vorteil, wenn man auf vermeintlichen Komfort verzichtet: ein leichtes Rad an das keine besonderen Anforderungen gestellt werden und die Freiheit von „Weniger ist mehr“. Zur Zeit fahre ich daher fürs Grobe ein 2014 Cube LTD 29er und ein Cannondale CAADX wenn der Asphaltanteil größer ist. Beide fahre ich mit einer günstigen 1x9Schaltung.

Rucksack

Wenige Leute mögen mit Rucksack fahren, ich bin es gewohnt und liebe es! Es gibt wenig Praktischeres als einen Rucksack. Natürlich hat aber auch ein Rucksack Nachteile, wie eben alles im Leben Vor- und Nachteile hat. Zu nennen wäre hier Schwitzen (Nicht so schlimm, abgesehen davon gibt es mittlerweile auch gute Tragesysteme) und das Gewicht. Das Gewicht kann auf verschieden Weise beeinflusst werden und ist auch ein Stück weit Gewohnheitssache. Interessanterweise fahren viele Rucksackgegner die Rucksäcke aus eben genannten Gründen ablehnen dann aber mit einem Trinkrucksack, der keine weitere Funktion erfüllt als eine Trinkblase zu beherbergen, die zudem noch aufwändig zu reinigen ist. Und das nur um zum Trinken nicht anhalten zu müssen.

Mein Rucksack ist ein Deuter Transalp 30 L, ein Vorgängermodell von diesem hier, mittlerweile fast 20 Jahre alt und trotz regelmäßigem Gebrauchs immer noch Top – eine meiner besten Anschaffungen ever! Der Rest des Gepäcks wird an Lenker (Zelt) und bei Bedarf in kleinen Taschen an Oberrohr und unter den Sattel verteilt. Eine weitere interessante Oberrohrtasche ist diese hier, entweder alleine oder in Kombination mit der vorher genannten.

Packtaschen Bikepacking-Style

Die zur Zeit hippen „Bikepacking-Style“ Rahmentaschen hab ich auch ausprobiert und für mich als nicht tauglich befunden. Das Schwerste das man mitschleppt ist Wasser und das sollte im Zentrum des Rahmens, möglichst nah am Schwerpunkt sein. In Ausnahmefällen, beispielsweise wenn man extrem viel Wasser mitführen muss, kann man zusätzliches Wasser auch noch an der Gabel befestigen, aber es von vornherein an der Gabel zu befestigen halte ich für ausgemachten Schwachsinn, da es die Fahreigenschaften des Rads negativ beeinflusst.

Meine Meinung: wenn man schon auf die Möglichkeit das Vorderrad kontrolliert und mit wenig Kraftaufwand anheben zu können verzichten will oder bereit ist eine grundsätzliche Schwerfälligkeit in Kauf zu nehmen, dann kann ich mich auch gleich für eine Gepäckträger-/Packtaschen-Lösung entscheiden und bin zuladungstechnisch wesentlich flexibler.

Außerdem dürfte die Gepäckträger-/Packtaschenlösung unterm Strich auch deutlich günstiger sein, als viele kleine EXQUISITE Täschchen mit Reißverschlüssen die früher oder später kaputt gehen und die Riemen haben die den Lack abscheuern.

Packtaschen klassisch

Packtaschen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Ich habe Erfahrungen mit Vaude und Ortlieb. Das Ortlieb System finde ich insgesamt besser, wobei mich der „LKW-Planen-Signal-Look“ doch etwas stört, darum würde ich zumindest dezente Farben wählen.

Ortlieb Radtaschen gibt es heute in allen Formen und Variationen. Da war es früher einfacher. Es gab die Front– und Backroller ohne, und die Bike-Packer mit Deckel. Der Deckel macht sie etwas schwerer, dafür sind sie etwas schöner.

Beide Linien gibt es auch noch in der Plus-Version, die ist angeblich leichter – meiner Meinung nach aber nicht, dafür teurer und ebenfalls meiner Meinung nach optisch ansprechender.

Was jeder gewichtsbewusste Radtourero aber auf jeden Fall bei Ortlieb-Taschen tun sollte ist unnötige Riemen und die unnötige „Dokumententasche“ innen zu entfernen.

Camping und Schlafen

Zelt

Als Zelt kommt für mich eigentlich nur ein freistehendes Zelt, sprich ein Kuppelzelt oder ein Geodät in Frage. Freistehende Zelte haben im Vergleich zu anderen Zeltkonzepten den unschlagbaren Vorteil, dass man sie nur optional Abspannen muss, und ein Zelt aufzubauen und es dann bevor man es final am Boden befestigt noch umstellen zu können ist vor allem in schwierigem Gelände Gold wert.

Mein erstes Zelt war ein Salewa Sierra Leone, damals in den 1990ern ein Top Zelt und ein Brot-und-Butter Klassiker, heute würde ich es aber nicht mehr kaufen, da mich die heutige Salewa Qualität nicht mehr überzeugt. Der Nachfolger war ein Exped Auriga, das ich immer noch habe und mit dem ich trotz des Alters von mittlerweile 10+ Jahren immer noch sehr zufrieden bin. Das Auriga wird nicht mehr produziert aber wenn ich es heute nochmal kaufen müsste würde ich ohnehin das Exped Venus II nehmen, denn es hat bei ähnlichem Gewicht eine etwas bessere Raumausnutzung und ist durch die im Außenzelt integrierten Gestängekanäle und das eingehängte Innenzelt in Nullkommanix auf- und wieder abgebaut.

3 Kg für ein 2-Mann-Zelt (Anmerkung: 2-Mann ist realistisch betrachtet gut für eine Person und 3-Mann zwei Personen …) ist dabei so die Marke wo sich Preis, Qualität, Gewicht und Packmaß in einem erträglichen Maß zusammenfinden.

Will man sparen – vor allem an Allem – dann führt der Weg an Einwandzelten – also Zelten ohne Innenzelt nicht vorbei. Diese Zelte sind etwas kälter weil die isolierende Luftschicht zwischen Außen und Innenzelt weg fällt. Dadurch sind sie aber auch kleiner im Packmaß, leichter und manchmal auch billiger. Meine persönliche Empfehlung für alle mit kleinem Geldbeutel die bereit sind es etwas zu „pimpen“, ist das hier. Es ist kein super-duper Zelt, aber für den Preis unschlagbar.

Alle die etwas mehr investieren wollen sollten sich mal die Marke Naturehike auf Amazon anschauen – hervorragende Leichtzelte für den schmalen Taler so wie das Naturehike Tagar, das Naturehike Cloud-Up oder auch das das Pyramidenzelt von Naturehike.

Schlafsack

Schlafsäcke sind entweder voluminös und billig – ich erinnere mich noch gut an meinen Israelischen Militärschlafsack aus Baumwolle (!). Wahrscheinlich gut für Militärübungen in der Negev-Wüste, aber mit einem Gewicht von mehreren Kilo für alles andere denkbar ungeeignet.

Für das Gewicht des Schlafsacks und die Wärmeleistung ist die Füllung entscheidend. Hochwertige arktische Gänsedaune sorgt dafür dass der Schlafsack warm, dabei leicht und auf ein kleines Packmaß komprimierbar ist. Ich würde immer Western Mountaineering empfehlen. Ich hatte einen Badger weil der etwas weiter geschnitten war, würde aber das nächste mal den Apache nehmen.

Ein Schlafsack hat aber auch Nachteile – vor allem ungenutztes Material, das du durch dein Körpergewicht zusammendrückt und darum nichts zur Wärmeleistung beiträgt. Außerdem ist es ziemlich aufwändig sich in den Schlafsack rein und wieder hinauszubegeben – beispielsweise wenn man nachts mal „muss“. Die Lösung: ein Quilt. Ein Quilt ist quasi ein Schlafsack ohne Kapuze und Unterteil. Und das Beste: man kann sich sie sich selber aus einem (alten) Schlafsack machen. Falls du also einen Schlafsack hast der dir zu schwer/voluminös ist und du vor Experimenten nicht zurück schreckst, dann schau dir das mal an. Wenn nicht, dann den hier von Thermarest.

Isomatte

Die Schlafmatte, allgemein „Isomatte“ genannt, dient primär dazu den Körper gegenüber dem kalten Boden zu isolieren, außerdem sorgt sie je nach Modell und Dicke für deutlich mehr Komfort. Grundsätzlich ist es auch möglich ohne Isomatte auszukommen, je nach Untergrund und persönlicher Leidensfähigkeit. Allerdings dürfte das nur für die ganz Hartgesottenen in Frage kommen, die meisten von uns werden wohl eher nicht auf die Schlafmatte verzichten wollen.

Ist genug Platz vorhanden würde ich jederzeit einer geschlossenzelligen Matte wie der Thermarest Ridgerest oder der Z-Rest den Vorzug geben. Geschlossenzellige Matten sind robust, man muss sie nicht aufblasen und können keine Löcher bekommen. Außerdem kann man sie schnell mal aus- und wieder einrollen, beispielsweise um sich draufzusetzen. Der Komfort ist nicht so groß wie bei einer dickeren Luftmatte, aber man gewöhnt sich dran.

Nun aber das große Aber.

ABER: oft ist der Platz knapp und die aufblasbaren Matten mittlerweile so leicht und mit solch kleinem Packmaß dass man die geringe Gewichtsstrafe gern in Kauf nimmt. Ich selbst verwende eine kurze Thermarest Prolite mit der ich ziemlich zufrieden bin. Aufblasbare Thermarest-Matten zu kaufen lohnt sich vor allem wegen der Weltweiten Gewährleistung bei Defekt – und der kommt früher oder später. Dann einfach zum nächsten TAR-Partner und gegen eine neue tauschen …

Müsste ich mir jetzt aber eine neue kaufen würde ich entweder die Bahidora Camping Ultraleicht Isomatte probieren oder diese von Hikenature mit integriertem Kissen.

Essen und Kochen

Kocher allgemein

Kochen ist so eine Sache. Campingromantik ist natürlich super, abends ankommen und bei toller Aussicht dann was kochen, das man dann isst während man die Aussicht genießt. Die Realität ist freilich oft eine andere: ein teurer Kocher, der speziellen Brennstoff braucht, Kochgeschirr das wiegt und gereinigt werden will und nicht zuletzt der erhöhte Zeitaufwand der ebenso gut in ein paar Extrakilometer investiert werden könnte.

Und dann die Aussicht: oft nicht vorhanden und/oder man baut sein Lager aus sicherheitstechnischen Erwägungen erst spät und dann wars das auch mit der Aussicht.

Kurz: wenn ich allein bin halte ich mich selten mit Kochen auf, habe daher auch nichts dabei. Gegessen wird dann kalt oder das was es zu kaufen gibt. Etwas anderes ist natürlich wenn man nicht allein unterwegs ist oder in Gegenden wo kochen – und sei es nur Wasser heiß machen können zur Entkeimung – Pflicht ist.

Sollte ein Kocher nötig werden, dann sollte man sich genau überlegen was man braucht und vor allem wie es mit dem Brennstoffstoffnachschub aussieht.

Spiritus-/Dosenkocher

Ist man in nicht-muslimischen Ländern mit entsprechender Siedlungsdichte unterwegs, dann kann ein Bierdosenkocher der ideale Kocher sein. Brennstoff-Nachschub ist in der Regel kein Problem und einen Dosenkocher kann man sich ohne großen Aufwand selber machen. Nachteil: Spiritus und anderer vergällter Alkohol stinkt ziemlich penetrant.

Holzkocher

Was ist mit Holzkochern? Mit Premium-Holzkochern wie etwa dem Bush-Buddy habe ich keine Erfahrung, nur mit sogenannten Hobo-Kochern aus Konservendosen, aber die sich aufgrund der Größe kaum praktikabel.

Die Idee einen Holzkocher zu verwenden spricht viele vor allem aus zwei Gründen an:

  1. Kostenloser Brennstoff, sofern man in entsprechenden Gegenden unterwegs ist
  2. Ökologie – man verwendet keine „bösen“ Brennstoffe

Allerdings gilt es bei Holzkochern grundsätzlich zu bedenken, dass, wenn Holz zu kalt und damit unvollständig verbrennt, es eine starke Rauch- und Geruchsentwicklung gibt. Jeder der schon mal ein Feuer oder auch nur einen Gartengrill angezündet hat, weiß wovon ich spreche. Man. Stinkt. Danach. Penetrant. Und der Geruch bleibt.

Die andere Sache ist – wenn ich an einem Ort bin wo ich ein Feuer machen kann – wozu brauche ich dann so einen Kocher? Eigentlich nur aus rechtlichen Gründen – da er nicht als offenes Feuer zählt.

Wer sich dennoch für dies Art von Kochern interessiert sollte sich mal den Canway Kocher ansehen und vor allem – da leichter – den Kocher von Lixida.

Gaskocher

Gaskocher sind die saubersten und unkompliziertesten Kocher und auch mit die billigsten. Das teuerste daran: der Brennstoff.

Ich selbst habe meine „Campingkarriere“ auf Frankreich-Urlauben mit dem VW-Bus mit einem Camping-Gaz Bleuet 206 begonnen, damals im Supermarkt gekauft. Hach, das waren noch Zeiten! Hat absolut ausgereicht und die benötigten Stech-Kartuschen gibt es fast überall.

Allerdings hat der Bleuet 206 heute im Jahre 2018 drei gravierende Nachteile:

  1. Schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis
  2. Stechkartusche sind nicht wiederverschliessbar
  3. Darum schlechtes Packmaß

Viel besser sind da und das wäre auch meine Empfehlung, aktuelle Kocher für Schraubkartuschen, wie etwa den Terra Hiker Campingkocher. zu dem gibt es auch noch günstiges Kochgeschirr, wobei ich wenn ich alleine unterwegs wäre nicht mehr als eine Becher Topf Kombi aus Titan, oder etwas günstiger aus Edelstahl, mitnehmen würde, und den auch nicht größer als 500ml, sonst wirkt der Kaffee etwas verloren darin.

Multifuel-Kocher

Multifuel Kocher waren früher der Hit, weil sie im Zweifelsfall irgendwo in der Pampa mit Benzin oder Kerosin betrieben werden konnten (Achtung: Kerosin ist kein Diesel!). Daher war auch mein erster Kocher, und den den ich immer auf langen Touren dabei hatte ein MSR Whisperlite International. Zumindest bei meinem war es so, dass, hatte man mal den Dreh raus, dann war er extrem zuverlässig und brauchte wenig Wartung. Am Anfang war die Lernkurve allerdings steil – warum tut er jetzt schon wieder nicht? Oft war es eine kleine Ursache wie beispielsweise den Flex-Draht in der Spritleitung nicht ganz reingeschoben.

Eine Sache die ich MSR allerdings nicht verzeihe ist, die Spritpumpe aus lumpigem Plastik gemacht zu haben. Einmal fiel mir nämlich die Spritflasche mit aufgeschraubter Pumpe runter, nicht aus großer Höhe, danach war die Pumpe zwar nicht unbenutzbar aber so beschädigt, dass sie ein Sicherheitsrisiko war. Würde man die Teile aus Aluminium machen wären sie sicher solider. Aber Aludrehteile kosten eben …

Dennoch würde ich den MSR Whisperlite International empfehlen, allerdings in der Version „Universal Euro Combo“ da kann er nämlich auch Gaskartuschen.

Kleidung

Schuhe

Für mich bitte keine Klickpedal-Schuhe. Der Nutzen von Klickpedalen ist äußerst fraglich, vor allem auf langen Touren. Außerdem muss man mindestens ein paar „normale“ Schuhe für „Off-Bike“ Aktivitäten mitschleppen und wenn sie kaputt gehen hat man ein Problem sie zu ersetzen – gilt natürlich nicht wenn man eine Allerweltsschuhgröße hat. Darum für mich: 1 Paar normale Schuhe, nicht mehr. Auch keine Flip-Flops. Barfuß ist absolut cool und gesund, außer in Situationen wo barfuß nicht „socially acceptable“ ist, dann zieht ihr eben eure Schuhe an.

Die Schuhfrage ist damit aber noch nicht zu Ende. Die große Frage ist nämlich: welche Schuhe? Ich bevorzuge universelle Schuhe – leichte Low Top-Wanderschuhe, Sportschuhe, eigentlich egal, Hauptsache man kann auch längere Strecken gut darin laufen.

Ja, aber die Sohle sollte doch hart sein, für bessere Kraftübertragung, oder?

Möglich. Da wir aber kein Rennen fahren wo es auf Zehntelsekunden ankommt und auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen halte ich die „harte Sohle“ bei Radtouren für überbewertet. Praktikabilität ist wichtiger.

Den perfekten Schuh hatte ich mal, es war ein Garmont-Wander-Halbschuh, in Lhasa gekauft und wohl auch kein Original aber er war trotzdem super: leicht, luftig durch Mesh, sehr bequem und die Sohle war genau richtig. Hab ihn in Nepal zig-mal von einem Straßenschuster flicken lassen, bis ich mich dann mal von ihm getrennt habe. Seitdem schau ich immer nach ähnlichen Schuhen, hab aber noch keinen gefunden.

Zur Zeit fahre ich mit MH 500 von Decathlon, sind nicht perfekt, die Sohle etwas hart, mir etwas zu schmal, aber sie sind robust. Sozusagen „The Next Best Thing“.

Socken

2 Paar Wandersocken aus Wolle, nicht zu dünn. 1 paar hat man an eins in Reserve. Wird viel gelaufen dann lieber 3-4 Paar dünne Socken, wobei man dann immer 2 paar Socken übereinander anzieht, das verhindert Blasen.

Radhose

Braucht man oder braucht man nicht. Ich bin lange ohne gefahren, doch dann hab ich in Tibet so stark abgenommen, dass die Beckenknochen etwas Polsterung brauchten. Seit dem fahre ich meist mit einer kurzen Trek Radhose die ich mal in Bangkok gekauft habe. Ansonsten kann ich Assos Radhosen empfehlen.

Da ich mich mit „Spandex“-Hosen allerdings ein wenig nackt fühle habe ich noch ein paar MTB-Shorts drüber, idealerweise mit Taschen für Schlüssel und Kleingeld.

Fährt man nur mit Unterhose, so würde ich eine Hose aus dickem Stoff empfehlen, eine Army Cargo Hose/Shorts, beispielsweise, nur keine dünne Trekkinghose – die plus eine dünne Unterhose gibt 100% einen wunden Schritt! Army Hosen sind billig, robust und nicht aus reiner Baumwolle.

Leggings

Statt einer langen Hose für die kälteren Momente bevorzuge ich die Kombination Shorts + Leggings. Als Leggings kommt bei mir seit Jahren eine lange Skiunterhose von LIDL zur Anwendung. Für mich auch bei leichten Minusgraden völlig ausreichend. Etwas ähnliches ist dies Hose hier.

T-Shirts und Tank Tops und Jacken

Hier kann ich die Basic T-Shirts von Quechua und leichte Laufshirts von Kalenji empfehlen (beides Decathlon). Leicht, robust, schnell trocknend und angenehm zu tragen. Ach ja, und günstig sind sie auch noch. Mehr dazu hier die meinem Artikel zu günstiger Ultraleicht-Kleidung.

Werkzeug, Ersatzteile, Sonstiges

Werkzeug

Multitool Topeak Mini 9, Kettenieter Park Tool CT 5 Mini, auf längeren Touren einen Kassettenabzieher, Flickset, außerdem ein Taschenmesser.

Ersatzteile

1 Schlauch passender Größe mit passendem Ventil

Sonstiges

1 Ultraleichtschloss bestehend aus Drahtkabel und Schloss

Gadgets und Elektronik-Kram sind ein anderes Thema, das sehr von persönlichen Vorlieben und Zielen (der Tour) abhängig ist. Ein Smartphone kann heutzutage vieles ersetzen, allerdings würde ich immer eine separate Kamera mitnehmen. Einerseits aus Gründen der Akku-Haltbarkeit (des Smartphones), andererseits der besseren Bedienung der Kamera halber – feuchte Finger und Touchscreens bzw. Touchscreens bei starker Sonneneinstrahlung sind nur frustrierend …

Hat dir der Artikel gefallen? War er hilfreich?

Wenn du mich unterstützen willst dann überlege dir doch das NÄCHSTE MAL wenn du etwas kaufen möchtest einen meiner AFFILIATE-LINKS zu nutzen. Ich bekomme dann eine kleine Provision die vom Gewinn der Anbieter abgeht.

Somit honorierst du nicht nur meine Arbeit sondern sorgst auch dafür, dass das Geld besser verteilt wird und nicht nur bei den Großen landet - OHNE EXTRA KOSTEN FÜR DICH!

Ich gebe dir außerdem MEIN WORT, dass mein Content immer KOSTENLOS sein wird. Hier, jetzt und in Zukunft. Und ich empfehle NUR Produkte, von denen ich überzeugt bin. Die ich entweder selbst habe, hatte, gern hätte oder mir bei Bedarf auch kaufen würde.

Rechtliches

Bitte beachtet auch meine Hinweise zu Affiliatelinks und Datenschutz.

Hat dir dieser Artikel gefallen?

Dann tritt doch meiner schnell wachsenden Community bei und abonniere meinen Newsletter! Keine Angst, es entstehen dir keine Kosten und du kannst dich jederzeit austragen!

Hinterlasse eine Antwort

Bitte beachte auch meine Datenschutzerklärung