Low Carb Langzeiterfahrungen und -Gedanken

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Knapp zwei Jahre ist es jetzt her, dass ich angefangen habe mich Low Carb zu ernähren. Also dachte ich wäre doch mal an der Zeit etwas über meine Low Carb Langzeiterfahrungen zu schreiben. Denn: nur wenn etwas dauerhaft funktioniert ist es vom Prinzip her auch gut.

Zur Erinnerung – was ist Low Carb genau?

Falls es jemand noch nicht weiß: das „Carb“ in Low Carb steht für „Carbohydrates“ – Kohlenhydrate. Und Kohlenhydrate sind Zucker. Entweder in der weißen, kristallinen Form, oder in Form von größeren Molekülen = „komplexe Kohlenhydrate“, wie etwa Stärke.

Low Carb bedeutet, dass man sehr wenig (low = niedrig) Kohlenhydrate zu sich nimmt. Theoretisch gibt es 3 Stufen:

  1. Weniger als ~100g KH/Tag absolut
  2. Weniger als ~50g KH/Tag absolut
  3. Weniger als ~20g KH/Tag absolut

Bei Stufe eins isst man noch etwas KH, wenn auch wenig, als Teil der normalen Ernährung, also beispielsweise in Form einer sogenannten „Sättigungsbeilage“ wie etwas Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte oder was auch immer.

Bei Stufe zwei gibt’s keine Sättigungsbeilage mehr, d.h. das sind dann nur noch, die in Fleisch; Milch/Milchprodukten, Eiern, Fisch usw. entaltenen Kohlenhydrate.

Und Stufe drei ist eigentlich nur was für Sportler oder Menschen die aus therapeutischen Gründen eine zeitlang Kohlenhyrate soweit wie möglich elimineren wollen, sollen oder müssen. Krass Fehlernährte, wie manche Veganer beispielsweise, die dann darauf achten (müssen) auch noch bei „normalen“ Nahrungsmitteln, diejenigen Produkte zu bevorzugen, die einen besonders niedrigen Rest-Kohlenhydratanteil haben.

Eine Variante von Low Carb ist LCHF. Die Abkürzung steht für „Low Carb, High Fat“, d.h. man beschränkt nicht nur die Kohlenhydratzufuhr, sondern man ersetzt die Energie der Kohlenhydrate primär durch (tierisches!) Fett (und reduziert dadurch auch die Menge an Protein).

Wozu Low Carb – was bringt’s?

Low Carb Ernährung bringt viele Vorteile: gesundheitliche, organisatorische und auch sportliche. Vor allem wenn man darauf achtet, dass die Nahrungsquellen tierischen und nicht pflanzlichen Ursprungs sind. Denn: der Mensch ist letztlich auch „nur“ eine (wenn auch besondere) Art von Tier, das früher mal in Einklang mit der Natur lebte und das gefressen hat was es in der Natur gab.

Und das war eben kein Brot, kein Kuchen, kein Bier und keine Pizza! Aber auch kein Reis, keine Banane und kein Apfel. All das sind vom Menschen süß, groß und ertragreich gezüchtete Pflanzen. Und wie das Wort „gezüchtet“ schon implizert gab es das nicht – ergo stand es zum Verzehr nicht zur Verfügung, ergo ist kohlenhydratreiche Ernährung“ KEIN natürliches Prinzip.

Als der Mensch noch Jäger und Sammler war, und das war er hunderttausende von Jahre lang, aß er das was er fand und später, nachdem er gelernt hatte zu jagen, das was er jagte. Pflanzen waren immer nur Notnahrung und/oder Nahrungsergänzung, nie vollwertig im Sinne von alleine zur vollwertigen Ernährung ausreichend, siehe hierzu auch meinen Artikel zur Bush Tucker Diät.

Was der Mensch definitiv nicht ist, ist ein Pflanzenfresser, so wie Kühe auf der Wiese und andere Wiederkäuer. Wiederkäuer haben mehrere Mägen in denen in Symbiose mit dem in den Mägen des Wiederkäuers lebende Bakterien die Pflanzenmasse in langkettige Fettsäuren (= „tierisches Fett“) umwandeln. Denn die Kuh ernährt sich entgegen allgemeiner Vorstellung NICHT vom Gras, sondern von langkettigen Fettsäuren die die Bakterien aus dem Gras hergestellt haben – ohne diese würde die Kuh einfach verhungern!

Der Mensch kann das aber nicht, darum muss er, verkürzt gesagt, Tiere und deren Produkte fressen.

Auch die Erfindung von Landwirtschaft hat daran nichts geändert. Der Mensch ist so geschaffen, dass er am Besten von tierischem Fett und tierischem Protein (Fleisch) lebt. Wäre es anders dann wäre es nicht so schwer bzw. nahezu unmöglich sich vegan aus der Natur zu ernähren.

Abgesehen davon gibt es kein (indigenes) Volk das dauerhaft von einer rein pflanzlichen Ernährung überlebt – noch gab es je eins.

Siehe auch hier Dr. KenBerry, MD:

Glaubst du nicht? Mach den Selbstversuch! Versuche einfach mal mehrere Wochen (nur mehrere Tage ist ja kein Kunststück die bringt man auch fastend rum) in der Natur, und nur von der Natur zu leben. Gerne unter günstigsten Bedingungen im Sommer, wenn es warm ist (weniger Energiebedarf) und es am meisten Beeren und Grünzeug gibt. Äcker, Obstwiesen und Kulturplanzen sind natürlich tabu. Ich prophezeie dir: du wirst ziemlich frustriert sein – und hungrig!

Meine Low Carb Langzeiterfahrungen

Aber ich wollte nicht in Glaubenskonzepte abdriften, das soll jeder machen wie er/sie will, darum jetzt zu meinen Low Carb Langzeiterfahrungen.

Angefangen habe ich mit Low Carb, Low Fat + Cheat Day. Im Wesentlichen habe ich 6 Tage die Woche Fleisch/Fisch/Eier/Milchprodukte und Salat, oder das Ganze plus Gemüse gegessen. Am Samstag war Cheat Day – da wurde dann all das gegessen was es an den anderen Tagen nicht gab und davon reichlich! 🙂

Damit habe ich innerhalb eines halben Jahres ganz gemütlich 13 Kg abgenommen, ohne mich anzustrengen. Ich bin zwar weiterhin Rad gefahren, aber aus Spaß, nicht etwa um Kalorien zu verbrennen.

Ja, der Cheat Day. Der war immer ein besonderer Spaß, wenn man so nach Herzenslust der Völlerei fröhnen konnte. Von der krassen Völlerei bin ich mittlerweile abgekommen, denn es hat sich nicht wirklich gut angefühlt. Und was sich nicht gut anfühlt kann auch nicht gut sein.

Ein weiterer Punkt war, dass mein Stoffwechsel (logischerweise) verrückt spielte und die sportliche Leistung in den Keller ging. Anders gesagt – ich brauchte immer ein paar Tage bis mein Körper sich davon erholt hatte und wieder optimal funktionierte. Das konnte es natürlich auch nicht sein!

Abgesehen davon sind meine Erfahrungen durchweg positiv!

Kein Hunger dank stabilem Blutzuckerspiegel

… und top Ausdauerleistung, da der Körper sich primär aus den eigenen Fettreserven bedient, so wie es die Natur eingerichtet als „Standard Modus Operandi“ hat. Und so kann ich mittlerweile morgens aufstehen und nüchtern, ohne etwas gegessen zu haben, 100 km und über 1000 Hm radfahren OHNE unterwegs etwas zu essen, oder sonst wie Energie zu zu führen. Danach esse ich eine große Low Carb Mahlzeit und am nächsten Tag geht das Gleiche wieder!

So gesehen muss ich dem Blogger hier klar widersprechen: ein Marathon mit Low Carb ist nicht nur möglich, sondern dank des trainierten Stoffwechsels sogar vorzuziehen!

Ausnahme: man ist wirklich leistungsorientiert unterwegs und will top Zeiten erreichen, aber auch die Top-Läufer laufen nur mit körpereigenen Ressourcen, d.h. trinken maximal etwas Wasser, wenn überhaupt.

Nun, jedenfalls ist es absolut phantastisch und geradezu erleuchtend wenn man herausfindet, dass man eben NICHT ständig (Kohlenhydrate) essen muss wenn man seinen Stoffwechsel von Kohlenhydraten auf Fett als primäre Energiequelle umstellt hat.

Da ich mittlerweile auch dazu übergegangen bin Dinge einfach kalt und/oder roh zu essen (einer meiner Favoriten: fette Milch, 2-3 Eier und ein Teelöffel Honig in den Mixer, vermixen … mmh, lecker!), spart enorm Zeit durch den Wegfall aufwändiger Zubereitung. Man spart auch enorm Zeit UND Geld wenn man immer das gleiche (Leckere) isst und nicht immer 100 verschiedene Zutaten kaufen muss, wo dann die Hälfte vergammelt.

Mein Gewicht bzw. meine Körpermaße (Tipp: messen ist besser als wiegen!) konnte ich ohne Probleme halten. Klar geht es mal hoch, so wie neulich, Kurzurlaub in Italien, Pizza, Pasta, Fußball und Bier – das hinterlässt Spuren – nicht nur auf der Seele 😉 Aber: heimkommen und dann wieder in den „Daheim-Modus“ umschalten und alles ist gut.

Mittlerweile ist es auch so, dass ich kaum noch Gelüste auf die „Zucker-Droge“ habe, und wenn dann befriedige ich sie gezielt im Rahmen des wöchentlichen, REDUZIERTEN Cheat Days. Aber Heißhunger? Fehlanzeige.

Low Carb und Gicht/Polyarthris

Seit ich mich Low Carb bzw. LCHF ernähre hatte ich auch so gut wie keine Probleme mehr mit Gicht und anderen chronische entzündlichen Prozessen oder Allergien. Das heißt – halt: neulich hatte ich mal eines leichten Anflug nachdem ich mehrere Biere getrunken hatte und anderes … Mein rechter Fuß fühlte sich komisch an – aber da ich danach dann ohnehin wieder meinem LCHF-Ernährungsplan folgte und viel Wasser trank war es am Montag wieder gut, und seitdem war nichts mehr.

Heuschnupfen ist auch so ein Indikator – wenn ich es schleifen lasse hab ich in meinem Zeitfesnter Mai/Juni sofort Probleme mit laufender Nase, Niesanfällen, tränenden Augen und juckendem Rachen. Mit Low Carb so gut wie Fehlanzeige.

Ach ja – und erwähnte ich schon, dass ich schon ewig keine Erkältung mehr hatte?

Meinen persönlichen Low Carb Langzeiterfahrungen nach ist Low Carb das wahre „Detoxing“. Macht ja auch Sinn, denn in tierischer Nahrung ist alles drin was der Körper braucht, schließlich hat der Pflanzenfresser es ja mit Hilfe der Bakterien und weiteren körpereigenen Prozessen in eigene Körpermasse und Produkte für seine Nachkommen (Milch, Eier, Honig, …) umgewandelt.

Milch von natürlich lebenden Tieren beispielsweise (vor allem der eigenen Spezies) ist ein vollwertiges Nahrungsmittel. Sie enthält alles und man kann ausschließlich davon leben ohne irgend einen Nährstoffmangel befürchten zu müssen. Dummerweise entspricht die Milch die wir normalerweise bekommen können nicht mehr diesem hohen Ideal, genauso wenig wie andere „sogenannte“ Nahrungsmittel …

Low Carb und die Normalität der anderen

Das größte Problem das Leute haben wenn sie sich Low Carb ernähren wollen ist sich von lieb gewonnenen Ritualen zu trennen, von dem: „denn das machen doch alle anderen auch so“. Beispielsweise die Scheibe Toast am morgen. Wenn es bei der einen Scheibe bleibt, dann ist das sicher kein Weltuntergang, aber, besser man schafft es zu verzichten und gönnt sich diese an einem besonderen Tag.

Nicht zuletzt gibt etwas Disziplin einem auch das gute Gefühl HERR und nicht Sklave der eigenen Impulse zu sein. Keine Angst – da bei Low Carb der Blutzuckerspiegel stabil ist kommt es (ggf. nach einer kurzen Umgewöhnungsphase) eben gerade NICHT zu Heißhungerattacken!

Low Carb und die Sauferei

Du trinkst keinen Alk? Schön für dich, mach weiter so! Alkohol ist ein Genussmittel – oder besser ein Genussgift und prinzipiell schädlich. Es gibt eine ganze Menge Gründe warum Menschen Alkohol trinken, aber gesundheitliche Aspekte gehören nicht dazu, auch wenn manche diese vorschieben, wie beispielsweise das „gesunde“ Glas Rotwein am Abend für die Herzgesundheit. Es ist in erster Linie gut für die Alkohol-Industrie und Big Pharma.

Leider trinke ich ab und an auch noch mal ein Gläschen oder zwei – denn vor allem ist Alk eine soziale Droge. Alle anderen trinken und sind ausgelassen, und du hältst dich an deinem Saft-Schorle fest? Da sind Probleme vorprogrammiert … selbiges ist natürlich auch der Fall wenn du dich anders ernährst als der Rest.

Das Problem dabei ist allerdings weniger, dass du nicht könntest wie du solltest, sondern die anderen sehen dich als Spiel- und Spassverderber. Es ist uncool und sie fühlen sich durch zur Schaustellung von Disziplin und Stärke (die sie selbst nicht haben) provoziert – auch wenn sie das nie zugeben würden!

Aber: lass dich davon nicht abschrecken, du bist auf dem richtigen Weg – nicht der, der widerstandslos alles mitmacht ist der Starke, sondern der der sich selbst disziplinieren kann.

Das Problem mit Low Carb Literatur

Normalerweise würde ich hier jetzt ein paar interessante Bücher empfehlen, aber: ich habe kein einziges gefunden! Natürlich gibt es reihenweise Bücher zum Thema Low Carb, doch die haben meiner Meinung nach zwei monumentale Probleme:

  1. Sie versuchen die „normale“ kohlenhydrat-basierte Ernährung zu emulieren, indem sie Zucker und Mehl durch fragwürdige und teure Alternativen ersetzen, Stichwort: „Low Carb Pizza“
  2. Sie propagieren eine stark pflanzenlastige Ernährung mit hauptsächlich pflanzlichen Fetten, we zum Beispiel das vor kurzem noch stark gehypte, angebliche „Superfood“ Kokosöl

Bestimmte Bestandteile durch andere zu ersetzen kann man im Einzelfall mal machen, aber letztlich tauscht man nur ein System der Fehlernährung durch ein anderes aus. „Nahrungsmittel“ möchte ich Zucker, Mehl und die entsprechenden Ersatzstoffe nicht nennen, denn sie Stellen nur Energie zur Verfügung, keine Mineralien, Vitamine, Spurenelemente oder gar Enzyme.

Ja, und was ist schlimm an pflanzlichen Fetten?

Das: sie sind (mehrfach) ungesättigt, was bedeutet, das sie grundsätzlich aggressiv, da energetisch nicht ausgeglichen sind, und dadurch den Drang haben sich energetisch auszugleichen. Das machen sie im indem sie Material aus deinen Gefäßwänden entfernen um ihr Defizit auszugleichen. Sie schwächen somit also die Integrität deiner Blutgefäße, was ganz und gar nicht in deinem Interesse ist.

Hört sich abstrus an? Auch hier hilft ein Blick in die Natur – es gibt kein Tier das sich auch nur ansatzweise von Pflanzenöl ernährt – keins! Möglicherweise frisst die Kuh mal eine Distel, es gibt aber einen großen Unterschied zwischen der ganzen Pflanze wo diese Fettsäuren auch noch in gebundener Form vorliegen und der vielfachen Menge in isolierter Form, dem Esslöffel Öl.

Kein wildes Tier muss zum Arzt, bekommt Diabetes, Gicht oder wird herzkrank, mit Ausnahme von Haustieren. Warum wohl? Weil sich Tiere in Freiheit NATÜRLICH ernähren und nicht von künstlichen Industrieprodukten und nicht empfänglich sind für Ernährungspropaganda

Fazit: Esst mehr tierische Produkte – Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte und vor allem tierisches Fett! 😉 Am besten vom Erzeuger eures geringsten Misstrauens.

Hier noch ein paar Buchempfehlungen für Fleischesser und die es werden wollen:

  1. Ulrike Weiler, Fleisch essen?: Eine Aufklärung, hier
  2. Lierre Keith, Ethisch Essen mit Fleisch, hier
  3. Stefan Wiertz, Fleisch: Warenkunde & Techniken, hier
  4. Theresa Bäuerlein, Fleisch essen, Tiere lieben, hier
  5. Louise Gray, Richtig Tiere essen?!, hier
  6. Ludwig Maurer, Fleisch: Rezepte und Praxiswissen zu besonderen Fleischstücken, hier

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Der oben erwähnte Doktor Ken Berry hat auch ein interessantes Buch geschrieben,leider ist es bisher nur auf englisch erhältlich, hier.

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