DIY: Der einfachste und beste Dosenkocher – umsonst!

Bau dir deinen Dosenkocher in fünf Minuten, für lau!

Ich kann eigentlich nicht sagen, dass ich schon viele Kocher ausprobiert hätte – ich bin da eher faul und wenn ich mal was gefunden habe das meine Zwecke erfüllt, dann bleib‘ ich meist dabei.

„Zweck erfüllen“ heißt dabei idealerweise: simple Technik, leicht, vertretbarer Pflegeaufwand, gute Performance und billig.

Klingt fast schon so wie die berühmte eierlegende Wollmilchsau – aber nach der suchen wir doch eigentlich alle, oder?

OK, angefangen hab ich meine „Outdoor-Karriere“, wie wahrscheinlich die Älteren unter uns mit einem Camping-Gaz Bleuet 206.

Für alle die den nicht kennen, das war früher der Standard: ein einfacher Gaskocher mit Stechkartusche den es in jedem besseren Supermarkt mit Garten-/Campingabteilung gab. Vorteil: Kartuschen gab’s überall in Frankreich (klar, französisches Produkt), und viel weiter als Frankreich reichte mein Horizont damals noch nicht.

Irgendwann fing dann aber die Sache mit dem Radfahren an und da entblößte er seine große Schwäche: der blöde Kocher war einfach nicht kompakt zu verpacken. Das lag hauptsächlich daran, dass, einmal eingestochen, konnte man die Kartusche so lange nicht mehr entfernen bis sie leer wahr. Außerdem hatte man immer das Gefühl, dass man eine Bombe in der Gegend rumfährt – eine auch nicht gerade prickelnde Vorstellung.

So führte mich dann mein Weg zum lokalen Outdoorausstatter um mich über Alternativen zu informieren. Ja, damals, als man noch nicht so global vernetzt war wie heute ging man tatsächlich noch in Läden um sich informieren.

Benzinkocher

Schliesslich wurde es ein MSR Whisperlite International, ein Benzinkocher mit dem ich bis heute – 16 Jahre später noch immer sehr zufrieden bin.

Das Tolle an Benzinkochern ist, dass Benzin überall erhältlich ist, wenn auch nicht immer in bester Qualität. Aber dann muss man im Zweifelsfall eben einfach öfter putzen. Außerdem funktionieren sie (ich kann da aber eigentlich nur für meinen sprechen) immer und überall. Der Nachteil: man sollte keine Probleme mit dreckigen Fingern und Benzingeruch haben.

Das Trangia-System

Einen Trangia Alkohol-/Spirituskocher hab ich auch mal ausprobiert. Wobei ich eigentlich nur auf der Suche nach einem standsicheren System mit besserem Windschutz für meinen MSR war. Das Trangia-System ist im Prinzip schon gut durchdacht und funktioniert tadellos, aber doch eher was für gemütliche Familienurlaube als den Extremeinsatz im Himalaya oder im sibirischen Winter.

Warum?

  • Das System ist für mein Empfinden zu voluminös und zu schwer
  • Einen Spirituskocher muss man bei Kälte vorheizen, und er ist schwerer anzuzünden
  • Er ist nicht sehr ökonomisch wenn man zur Trinkwassergewinnung Schnee schmelzen muss
  • Er ist problematisch in muslimischen Ländern wegen der dortigen Alkoholächtung

Warum dann einen Dosenkocher, der ja das gleiche Prinzip verfolgt?

Sofern man mit den oben genannten Einschränkungen leben kann und nicht in muslimische Länder reist, wo man wegen Straßenküchen, Schnellrestaurants und der legendären Gastfreundschaft wahrscheinlich ohnehin keinen Kocher braucht oder bei -50°C die Knochenstraße abfährt ist das wahrscheinlich der beste Kocher für Kurztrips und den Rest der Welt!

So beschäftige ich mich also schon eine ganze Zeit lang mit Dosenkochern weil ich eben gerade für Kurztrips gern einen hätte – da ist mir ein Benzinkocher deutlich zu aufwändig. Außerdem hat man in Europa das Problem mit der Abgabe an Tankstellen oder überteuertem Brennstoff aus dem Baumarkt.

Klar, man kann auf Kurztrips auch kalt essen, aber Feuer und was Warmes im Bauch sind immer besser – für die Moral und natürlich auch für die Campingromantik.

Darum habe ich auch schon den einen oder anderen Kocher gebaut.

Angefangen von der offenen Thunfischdose bis hin zur ersten Generation Dosenkocher die man noch mit speziellem, damals nur in den USA erhältlichen, hitzefesten Metallkleber zusammenkleben musste. Trotz der verhältnismäßig geringen Kosten und allem anderen hat mich der Dosenkocher aber nie richtig überzeugt und für mich war das immer was für Leute die lieber Gadgets basteln als campen.

Und genau das ist warum dieser Kocher anders ist.

Er kostet nichts (Dosen gibt’s umsonst im Müll, sonst eben gegen 25 Cent Dosenpfand), man braucht nichts an Werkzeugen und Verbrauchsmaterialien das man nicht ohnehin schon zuhause hätte: ein Cutter-Messer, eine Schere und etwas um ein Loch zu pieksen, und auch der Arbeitsaufwand hält sich mit etwas Übung bei unter 5 Minuten extrem in Grenzen.

Simpler geht’s kaum. Kann jeder, auch die mit zwei linken Händen. Und es ist ein umweltfreundliches Upcyclingprodukt.

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5 Antworten zu “DIY: Der einfachste und beste Dosenkocher – umsonst!”

  1. Alex

    Hi Andreas,

    Hatte das Video zu dem DIY Dosenkocher auch vor einiger Zeit gesehen und ihn mal nachgebaut. Bis jetzt bin ich echt zufrieden mit dem Ergebnis. Hab ihn auf ein paar Trekkingtouren dabei gehabt. Er hat immer tadellos funktioniert und ging sogar relativ sparsam mit dem Spiritus um. Nur kalte Temperaturen mag er nicht sonderlich gerne. Also eher ein Kocher für die wärmeren Tage.

    LG Alex

    Antworten
    • andreas

      Hi Alex,

      coole Sache! Ich hatte ihn letzten Sommer auch 2 Wochen im Einsatz und war mehr als zufrieden. Dass Alcohol Stoves bei Kälte suboptimal sind war mir bekannt, allerdings hab ich ihn bei Kälte noch nicht ausprobiert darum kann ich dazu nicht viel sagen. Was war denn das Problem, das Anzünden von kalten Brennstoff? Auf jeden Fall für mich auch ein super Backup bzw. eine Alternative für den Benzinkocher auf längeren (Rad-) Touren.

      Andreas

      Antworten
      • Alex

        Hi Andreas,

        Das Anzünden ging zwar etwas langsamer, aber das hielt sich noch in Grenzen. Vielmehr war die sehr viel längere Zeit bis das Wasser gekocht hat das Problem. Hatte es bis knapp unter Null Grad getestet.

        Gruß Alex

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        • andreas

          Hi Alex,

          ich denke das ist wahrscheinlich ein allgemeines thermisches Problem mit der Außentemperatur, die natürlich bei Kälte viel Wärme abzieht. Und das fällt natürlich im Vergleich zu einem Benzinkocher um so mehr auf, als dass die Wärmeleistung beim Dosenkocher nicht so hoch ist – also es dauert dann nochmal länger. Man müsste ihn isolieren, einen Windschutz drum oder so, denk ich.

          Andreas

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          • Alex

            Hi Andreas,

            Ja da hast Du Recht. Benzinkocher reagieren nicht so stark auf die Außentemperatur. Der Windschutz hat beim Dosenkocher definitiv viel gebracht, da er doch relativ anfällig bei stärkeren Böen ist. Habe mit einfach aus ein paar Lagen Alufolie ein sehr leichtes Exemplar gebastelt.

            LG Alex

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