Zuladung beim Reiserad: wieviel und wo?

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Wenn wir ehrlich sind werden die meisten die Zuladung beim Reiserad irgendwie über den Daumen peilen oder einfach draufpacken was sie brauchen.

Immer häufiger stößt man nun aber auf Angaben zur Maximalbelastung von Reifen und Felgen, die in der Regel in Form des maximalen Fahrergewichts angegeben sind.

Beispiel:

Maximales Fahrergewicht: 120 Kg

Bei unbeladenen Fahrrädern ist diese Angabe natürlich offensichtlich, der Fahrer sollte (darf) inklusive Kleidung, Helm Rucksack usw. das Gewicht von 120 Kg nicht überschreiten. Und das ist auch für die meisten von uns kein Problem, alle anderen müssen eventuell mit vorzeitigem Verschleiß rechnen.

Anders bei Verwendung des Rads als Reiserad, also wenn man mehr oder weniger viel Gepäck rumfahren will oder muss.

Dazu ein paar einfache Berechnungen.

Unter Annahme einer eher aufrechten, tourenorientierten Sitzposition verteilt sich das Gewicht des Fahrers ungefähr zu 40% auf die Vorderachse und zu 60% auf die Hinterachse.

Bei einem 120 Kg schweren Fahrer sind das also

Vorderachse: 120 Kg x 0,4 = 48 Kg
Hinterachse: 120 Kg x 0,6 = 72 Kg

Wiegt der Fahrer angezogen 95 Kg, dann sind das

Vorderachse: 120 Kg x 0,4 = 38 Kg
Hinterachse: 120 Kg x 0,6 = 57 Kg

Zuladung Hinterrad

Somit kann ein 95 Kg schwerer Fahrer das Hinterrad guten Gewissens mit

72 Kg – 57 Kg = 15 Kg

Zuladung belasten.

Zuladung Vorderrad

Da das Vorderrad im Hinblick auf Felge und Reifen die gleichen Freigaben hat wie das Hinterrad kann es ebenfalls mit 72 Kg belastet werden. wenn man nun die relative Achslast des Vorderrads bei einem 95 Kg schweren Fahrer abzieht kommt man auch 34 Kg.

72 Kg – 38 Kg = 34 Kg

Zuladung insgesamt

Ob es sinnvoll ist 34 Kg am Vorderrad zu transportieren ist eine andere Frage aber im Hinblick auf Herstellerfreigaben bewegt man sich so im grünen Bereich und kann damit eine Maximalzuladung von 49 Kg befördern.

34 Kg + 15 Kg = 49 Kg

Zugegeben, der durchschnittlichen Reiseradler wird eher selten mal mit diesem Problem konfrontiert sein. Anders sieht es aber schon bei expeditionsorientierten Touren aus, wo es nötig ist Wasser und Nahrung für mehrere Tage transportieren zu müssen.

Gerade beim Wasser kann es zu Belastungsspitzen kommen, denn Wasser lässt sich ja bis jetzt noch nicht dehydrieren 😉 und muss daher verbraucht werden.

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