Der perfekte Reise-Laptop – Teil 2

Wozu man überhaupt einen Reise-Laptop braucht, brauchen könnte oder brauchen sollte, darauf ging ich ja bereits im ersten Teil dieser Trilogie ein.

In diesem Post möchte ich nun das Geheimnis lüften um welchen ominösen Reise-Laptop es sich handelt, den ich einem Apple Macbook Air vorziehe, und warum.

Als erstes: meine Lösung

Man nehme einen älteren generalüberholten Lenovo Business-Laptop der X-Serie, Upgrade den Arbeitsspeicher, ersetze die Festplatte durch eine SSD (solid State Disk) und verwende als Betriebssystem Linux.

Nach langer Recherche zum Für und Wider einzelner Modelle habe ich mich für einen refurbishten (=generalüberholten) X220 entschieden. Die gab es zum Zeitpunkt des Kaufs im sommer 2014 bei mehreren Händlern zu einem verhältnismäßig günstigen Preis von unter 500 Euro, externes CD/DVD-Multibrenner Laufwerk inklusive.

Der Lenovo X220 ist ein 64-Bit Rechner, d.h. er verwendet die neuere 64-Bit-Architektur. Die hat unter anderem den Vorteil, dass gegenüber der alten 32-Bit-Architektur mit der nur maximal 4 GB Arbeitsspeicher adressiert werden konnten, nun nach oben die Grenze nur durch das Angebot der Arbeitsspeicherhersteller begrenzt wird.

Aktuell läuft mein Rechner darum mit 2 x 8 GB = 16 GB Arbeitsspeicher, mehr ließ sich bis jetzt nicht auftreiben. Kann aber gut sein, dass es irgendwann in absehbarer Zeit auch 16er Riegel gibt, zur Zeit gibt es sie aber wohl eher nicht. Die verbauten 16 GB sind aber immer noch doppelt soviel Ram wie der Hersteller als maximalen Arbeitspeicher angibt.

Probleme? Keine.

16 GB sind aber auch ordentlich, und mehr als ausreichend. So kann man beispielsweise ein 64-bit Windows 7 als Gast in einer virtuellen Umgebung (Virtualbox) im Fullscreenmodus betreiben ohne merkliche Performanceeinbußen zu haben.

Ausgetauscht habe ich weiterhin die eingebaute Festplatte mit vorinstalliertem Windows 7 in der 64-Bit Version. Über den Verlust der Installation braucht man sich eigentlich keine Gedanken zu machen, als Lizenzhalter kann man sich Windows 7 kostenlos von der Microsoft Seite runterladen und neu installieren (von der Lenovo Seite dann die neusten Treiber und Software), oder man macht vorher eine Komplettsicherung und sichert diese dann auf die neue Platte zurück (ggf. muss man noch ein paar SSD spezifische Einstellungen machen). Dazu braucht man aber auch das DVD-Image von der Microsoft-Seite.

Ich empfehle aber auf UBUNTU-Linux umzusteigen, da Linux viele Vorteile bietet, wie z.B.

  • Bessere Resourcennutzung
  • Hervorragendes, freies Softwareangebot für alle Bedürfnisse
  • Ansprechendes Design mit besseren Lösungen in der Benutzerführung als der Windows Desktop
  • Keine Probleme mit Viren oder Malware
  • Sauberes Softwaremanagement
  • Große, gute Support Community

Muss doch Windows-proprietäre Software eingesetzt werden läßt sich das auf zwei Arten lösen:

  1. Durch nutzen von Wine, eine Anwendung die unter Linux ein Windows-API simuliert. Kurz gesagt, es lassen sich damit Windowsprogramme auf Linux installieren
  2. Wer das nicht will, oder falls eine Anwendung unter Wine Probleme bereitet, der kann ein komplettes Windows-System als Gastsystem in der freien Virtualisierungslösung VIRTUALBOX betreiben

Daten und Fakten

Kosten für Laptop beliefen sich auf EUR 489,- wobei noch ein externes DVD-RW Kombilaufwerk dabei war, sowie der Akku neuwertig.

Arbeitsspeicherupgrade Corsair 16GB (2×8 GB): ca. EUR 115,-

Festplattenupgrade: Samsung 840 Pro SSD 256 GB: ca. EUR 200,-

Gesamtpreis X220: EUR 804,-

Abmessungen des X220: 30 cm x 20 cm x 3,5cm

Abmessungen des Macbook 11″: 30 cm x 19,2 cm x 1,7 cm

Gewicht X220: ca. 1,9 Kg (Laptop + Netzteil), selbst gewogen

Gewicht Macbook Air: ca. 1,15 Kg (Laptop + Netzteil) Herstellerangabe, wahrscheinlich etwas schwerer.

Bildschirmauflösung nativ X220: sichtbare Bilddiagonale 12,5″, 1366×768

Bildschirmauflösung nativ Macbook Air: 11″: Bilddiagonale 11,6″, 1366×768

Preis Lenovo X220, 4GB, 256 GB SSD Upgrade: EUR 690,-

Preis Apple Macbook Air 11,6″, 4GB, 256 GB SSD: EUR: 1249,-

Meinung

Natürlich könnte man noch mehr Parameter vergleichen, aber da wir in einer Welt leben in der Geld leider eine Rolle spielt halte ich allzu detailierte Vergleiche der Leistung für müßig, denn auch heute noch gilt:

„Willst du einen schnellen Rechner, mach mehr Arbeitsspeicher rein“.

Seit es SSD’s gibt wurde diese Regel aber noch dahingehend erweitert:

„Willst du einen noch schnelleren Rechner, mach auch noch eine SSD rein“.

Die Investition in eine SSD tut zur Zeit immer noch etwas weh, aber es lohnt sich.

Ein weiterer Vorteil von SSDs: keine beweglichen Teile, es kann mechanisch nichts kaputt gehen – ein großer Vorteil wenn es unterwegs auch mal ruppig wird.

Darum:
Preislich liegt der Linux-Lenovo X220 ca. bei der Hälfte des kleinen Macbook Air.

Gewichtstechnisch kann der X220 dem Macbook Air nicht das Wasser reichen, wobei die Angaben des X220 durch nachwiegen verifiziert wurden, wohingegen die Angaben des Macbook Air Herstellerangaben sind.

Leichter wird das Macbook Air auf jeden Fall sein, ob die Angaben aber halbwegs realistisch sind oder wohlwollend etwas nach unten korrigiert wurden kann ich nicht sagen. Vielleicht hat ja einer einen und wiegt ihn mal… inklusive Netzteil bitte.

Was die übrigen Dimensionen angeht: die Geräte sind ähnlich groß. Dass der X220 dabei doppelt so dick ist, wird in der Praxis kaum eine Rolle spielen, außer Style ist die Top-Priorität.

Die Leistung dürfte ähnlich sein, allerdings ist der Arbeitsspeicher laut Apple nur auf 8 GB erweiterbar, da 4 GB Onboard sind.

Dafür verfügt er über eine integrierte Kamera mit 720p, die der Lenovo nicht hat. Da ich aber äußerst selten Videokonferenzen mache benötige ich keine.

Eine Sache die mir am X220 nicht so gut gefällt ist der Display Deckel. Früher war der schön solide und konnte verriegelt werden. Jetzt ist es nur noch eine Plastik-Klappe mit Lippe ohne Verschluß.

Das ist schade, aber was will man machen.

Fazit

Natürlich hätten wir alle gern ein schönes kleines Macbook Air, das macht sich auch besser im Straßencafé. Aber doppelt bzw. halb so hohe Anschaffungskosten sind ein Argument, als auch weniger teure Ausrüstungsgegenstände dabei haben für den Fall des Verlustes oder Defekts, das X220 glänzt durch Understatement.

Ein weiterer Punkt ist das Betriebssystem. Alleine ohne einen Virenscanner arbeiten zu können (den es für Macs jetzt auch schon gibt) ist ein Segen.

Entscheidet man sich für die oder eine der UBUNTU-Distros (Distributionen) wie KUBUNTU, XUBUNTU oder LUBUNTU dann bekommt man ein sehr flexibles, gut abgestimmtes, einfach zu bedienendes Betriebssystem und eine hervorragende Software-Lösung die keine Wünsche offen lässt und sich auch optisch absolut sehen lassen kann.

Ein großer Vorteil von Linux- und Unix-Betriebssystemen ist, dass jeder Aspekt nachträglich geändert und Software in der Regel ohne Datenmüll zu hinterlassen wieder entfernt werden kann – im Gegensatz zu Windows.

Aber es gibt auch einiges zu beachten um sich an das neue Leben mit Linux zu gewöhnen und sich dieses so einfach wie möglich zu machen.

Andere Beiträge zu diesem Thema

Weiterlesen: Der perfekte Reise-Laptop,Teil 3

Teil 1: Der perfekte Reise-Laptop, Teil 1

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