Das perfekte Low-Budget Bikepacking-Bike – Teil 5: Komplettierung & Probefahrt

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Der finale Zusammenbau erfolgt mit weiteren Teilen:

  • Gabel: Salsa Firestarter
  • Sattel WTB Volt Comp
  • Sattelstütze Kalloy 27,2mm mit Reduzierhülse aus der Teilekiste
  • Vorbau, Lenker, Spacer, Bremsen usw. vom alten Rad
  • Steuersatz: billigster Ritchey Zero Stack
  • Pedale: Wellgo MG-1
  • Zugverlegung: geschlossen
  • Reifen: Continental X-King 2,4″
  • Schläuche: Schwalbe

Gabel

Salsa Firestarter CroMo, mit einer Einbauhöhe von 483 mm eine der längsten Gabeln für 29er die man kaufen kann. Sie hat Anlötösen für Gepäckträger und Flaschenhalter, Anything Cages und der gleichen. Alternativ gibt es die Surly Krampus Gabel als Aftermarket-Produkt ebenfalls mit Anlötösen. Ich bin noch keine Krampusgabel gefahren, aber die Instigator hat mich nicht überzeugt. Aber Salsa CroMo Gabeln fahren sich hervorragend!

Sattel

WTB Volt Comp. Nach ewigen hin- und herprobieren war ich von dem OEM-Sattel meines Kona Wo von Tag eins an hellauf begeistert, Der wird wiederum von WTB hergestellt und der Volt Comp ist „The next best Thing“. Fährt sich super, ist günstig, was will man mehr!

Steuersatz

Ehrlich gesagt, seh‘ ich nicht ein warum ich Chris King oder ähnliches für über 100 Euro fahren soll, wenn’s ein billiger Ritchey Steuersatz auch tut. In Zeiten wo es nur 1 1/8″ mit externen Lagerschalen gab war das noch ein stückweit gerechtfertigt, man konnte ihn von Rahmen zu Rahmen vererben. Aber bei der heutigen Bandbreite an verschiedenen Normen ist es wirtschaftlicher gegebenenfalls einen günstigen zu erneuern.

Im Übrigen habe ich bisher aber noch keinen Ritchey Steuersatz kaputt gekriegt, alle haben die Besitzdauer des Rahmens klaglos überlebt, beispielsweise an meinem alten GT Zaskar viele Jahre und bestimmt 30.000 km ohne sie nach dem einbau auch nur einmal anzufassen.

Pedale

Meine alten Wellgo MG1 müssen’s noch eine Weile tun. Zwar theoretisch wartungsfähige Lager, allerdings ist es schwierig ein passendes Werkzeug aufzutreiben um die Kontermutter zu lösen … Daher müssen sie’s noch ne Weile so tun. Zwischenzeitlich bin ich aber über ein interessantes Pedal gestoßen für Leute die auf großem Fuß leben – mehr dazu demnächst …

Zugverlegung

Ich verlege meine Züge gerne komplett geschlossen mit C-Clips oder Kabelbindern. Das hat gleich zwei Vorteile:

  1. Schutz vor Dreck und Feuchtigkeit
  2. Einfach von einem Rahmen zum nächsten zu wechseln

Ein geringfügiger optischer Nachteil ist, wenn der Rahmen für die offene Verlegung konzipiert ist, dann muss man ein paar Kabelbinder mehr verwenden, was man natürlich sieht. Das stört mich aber nicht, die Vorteile überwiegen.

Bei diesem Rahmen hab ich die Bremszughülle mit einem Stück Gummi von einem alten Schlauch in die Zuganschläge unter dem Oberrohr gedrückt – hält zuverlässig. Die Schaltzughülle hab ich dann mit 2 Kabelbindern an der Bremszughülle befestigt – hält ebenfalls.

Reifen und Schläuche

Continental X-King 2,4″ – geht gerade so in den Rahmen rein, leicht, günstig und fährt sich gut. Vor allem auch auf Asphalt sehr schnell und leise!

Schwalbe SV19, Standard 29er Schlauch mit französischen Ventilen, aber mit 220 g vergleichsweise schwer. Interessant wäre hier der SV19A, der wiegt nur 140 g.

Probefahrt und Fazit

Die erste Probefahrt war noch mit 32er Kettenblatt von der 3-fach Kurbel. Zum einen fiel die Kette mehrmals runter, zum anderen ist 32/36 die unterste Grenze was Bergtauglichkeit angeht. Nachdem ich auf ein 30er Narrow/Wide gewechselt bin fällt die Kette seitdem nicht mehr runter. Außerdem klettert es sich besser und die Abstufung fühlt sich isngesamt harmonischer an. Zusätzlicher habe ich das Gefühl, dass sich die Kette nicht bei 30/36 nicht so krass verbiegt da er Eingriff etwas später stattfindet.

Ohne Gepäck bzw. nur mit Rucksack und Trinkflasche finde ich die Untersetzung bzw. die gesamte Übersetzungsbandbreite absolut ausreichend, auch bei langen Steigungen. weniger dürfte aber nicht sein. Das 12er Abschlussritzel ist in 95% aller Fälle ausreichend für die Endgeschwindigkeit. Weniger dürfte aber auch hier nicht sein.

Für längere und/oder anspruchsvollere Touren mit Gepäck würde ich eventuell aber doch auf 2-fach umrüsten, hauptsächlich aus finanziellen Gründen, da ein Umwerfer für unter 20 Euro zu haben ist, wohingegen die Gesamte 1×11 Schaltung zur Zeit noch mit um die EUR 250 zu Buche schlägt.

In meinem „Alltag“ ist es aber top und wie ich finde völlig ausreichend 1×9 mit 30/12-36 zu fahren.

Das Rad ist mit 12,5 Kg für meine Verhältnisse ziemlich leicht, vor allem da es mit 23″ die größte Rahmengröße ist und nicht explizit auf leichte Komponenten geachtet wurde. Alu statt Stahl macht sicher was aus, Starrgabel statt Federgabel auch und auch das Fehlen der Hälfte der Schaltung macht sich bemerkbar.

Positiv erstaunt war ich über die Roll- und Beschleunigungseigenschaften der Laufräder. Hatte ich neulich noch diesen Artikel zur faktischen Irrelevanz der rotierenden Masse veröffentlicht, so muss ich das teilweise revidieren.

Höchstwahrscheinlich ist die rotierende Masse bei einer Größenordnung von 100 bis 200 g pro Laufrad tatsächlich zu vernachlässigen, da andere Einflussfaktoren, wie Luft- oder Rollwiderstand einen viel größeren Einfluß haben.

Vergleicht man allerdings das Beschleunigungsverhalten eines Fatbike- oder 29+ Midfat Laufrads mit dem eines relativ leichten 29ers, dann sind die Unterschiede schon deutlicher spürbar.

Damit will ich nicht sagen, dass Fatbiken harte Arbeit ist – ist es nicht – aber es summiert sich über den Tag, besonders wenn man viele Höhenmeter macht.

Ein relativ leichtes Bike ist aber, auch wenn ich mich wiederhole, immer vorteilhaft. Es spart Kraft, es trägt sich besser und es kostet imZweifelsfall weniger Gebühren beim fliegen. 3000 EUR mehr wäre ich allerdings nicht bereits zu bezahlen und das Gewicht unter 10 Kilo zu bekommen.

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