Das perfekte Low-Budget Bikepacking-Bike – Teil 3: Laufräder

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Laufräder. Das perfekte Low-Budget Bikepacking-Bike braucht auch Laufräder.

Bei 29ern gibt es ein Problem das mir unverständlich ist: es gibt fast nur 32 Loch Felgen und die wenigen 36 Loch Felgen die es gibt sind fast alle zu schmal oder dann eben zu teuer.

Dabei würde 36 Loch gerade bei 29ern unendlich viel Sinn machen. Der Durchmesser ist größer gegenüber 26″ und somit sind die Speichen länger. Beides zusammen, resultiert in einem deutlich weniger stabilen Laufrad, als ein 26″ mit 36 Speichen.

Aber was will man machen, so ist eben die Marktrealität.

Unterm Strich darf man einfach bei der Einspeichqualität keine Abstriche machen

Mein Plan war also die 35mm Version der bewährten und günstigen the P.O.G.-Felgen zu verwenden, mit denen ich beim 29+ Mid-Fat Laufradsatz für’s Fatbike sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

Leider finden sich kaum mal Bilder von den the P.O.G.-Produkten und auch die handvoll Händler geizen oft mit Detailangaben bzw. Angaben zum Gewicht beziehungsweise dann so: 0,92 Kg. Häh, mit Verpackung oder was?

Jedenfalls war die the P.O.G. DB-50 29+ 35-622 bei einem Händler mit 0,92 Kg angegeben, und nach dem die 45 mm breite Felge die ich in dem Fatbike Mid-Fat Laufradsatz verbaut hatte ~ 720 g wog, hielt ich diese Gewichtsangabe für fehlerhaft, denn: weniger Material soll 200 g mehr wiegen? Kann nicht sein.

Kann doch sein!

Ich weiß nicht was der Hersteller sich dabei gedacht hat, mir ist aber schleierhaft wie man eine solche Felge herstellen kann. Ich mein, Tubeless Ready und alles schön und gut, aber ich hätte sie lieber 250 g leichter gemacht und 4 Löcher mehr gebohrt für 36 Speichen. Mit 4 Speichen mehr ist sie immer noch leichter und bestimmt auch stabiler. Aber muss ich nicht verstehen …

Nachdem der Rückversand sich etwas umständlich gestaltet hat – der Karton in dem die Felgen kamen ist zu groß und damit teuer für Privatversender und der Subventionierte Rücksendeaufkleber hätte immer noch 8 Euro gekostet.

das Problem ist, ein Felgen oder Laufradkarton ist zwar groß aber leicht. Bei DHL hätte der Versand aber Sperrzuschlag gekostet da das zulässige Maß 120 x 60 x 60 cm beträgt, das man dann mit Onlinefrankierung bei bis zu 5 Kg für 5,99 verschicken kann. Wegen 5 Zentimetern, wobei dafür die andere Seite total schmal gewesen wäre 10 Euro Sperrzuschlag zahlen? Andererseits kann ich ein viel unhandlicheres platzverschwenderischeres Paket für den gleichen Preis schicken? Seh‘ ich nicht ein. Bei Hermes hätte es leider immer noch 10 Euro gekostet und die anderen Versanddienstleister sind sowieso zu teuer.

Vielleicht hätte auf der Postfiliale einer einen guten Tag gehabt und es durchgewunken, oder sich vielleicht gedacht, dass das bestimmt nicht im Sinne des Erfinders ist. Wahrscheinlich aber eher nicht. Darum: um mir Wege, Mühen und vor allem Nerven zu sparen, hab ich einfach aus ’nem Radkarton ’nen Würfel gebastelt, mit einer Seitenlänge von weniger als 60 cm und die Felgen schräg reingelegt – der Satz des Pythagoras ist also doch zu was gut.

Jedenfalls wars ein Riesenpaket und bringt allen nur Nachteile, aber wenn’s eben so ist, ist es eben so – Kafka läßt grüßen.

Aber zum Laufradbau.

Felgen
Letztlich wurden es ein paar DT Swiss E512 Felgen, 32 Loch, 30mm breit (außen), nur 560 g schwer und bis 130 Kg zugelassen – die leichtesten stabilsten, breiten Felgen mit noch akzeptablem Preis-/Leistungsverhältnis.

Naben
Bewährte Shimano XT 6-Loch Naben (HB_M756, FH-M756), die Meinungen gehen hier zwar auseinander, ich kann aber nichts Schlechtes über diese Naben sagen, eine 36-Loch Version hab‘ ich nach knapp 15 Jahren und wenigstens 25.000 km zum ersten Mal geöffnet und neu gefettet, sie war nicht trocken und nichts eingelaufen., da kann man nicht meckern.

Zusätzlich ist es eine Hochflanschnabe, d.h. die Speichen sind kürzer und das Laufrad wird stabiler somit kann man hier den Nachteilen der geringeren Speichenanzahl und der längeren Speichen zumindest ein bisschen entgegen wirken.

Speichen & Nippel
Wie immer DT Swiss Competition, 2,0 – 1,8 – 2,0 und Standard Messingnippel, 12 mm – Never change a Winning Team.

Einspeichung
3-fach gekreuzt. Ich speiche immer beide Seiten identisch ein (also Zugspeichen immer mit Kopf innen, bei Vorder- und Hinterrad), bei den Original-Fatbike-Rädern und bei meinem Stadtrad ist mir aber neulich aufgefallen, dass auf der Bremsseite der Kopf außen ist. Ich hab schon öfter darüber gelesen und es gibt kontroverse Ansichten dazu.

Meine Meinung: in der Praxis egal. Bis jetzt kann ich allerdings nur aus eigenen Erfahrungen berichten und die sind: viele tausend Kilometer mit überdurchschnittlich hohem Systemgewicht, ohne ein einziges Problem, weder auf Schaltungs- noch auf der Scheibenbremsseite.

Das Einspeichen ging problemlos, ebenso das Zentrieren. Die DT-Swiss E512 sind qualitativ hervorragende gearbeitet Felgen, Sehr maßhaltig und geöst, ein Traum für Laufradbauer!

Wen das Thema Laufradbau interessiert und selber mal ein Laufrad bauen will – worauf man achten muss um ein stabiles Laufrad zu bauen habe ich bereits hier beschrieben, wie man sich mit einfachen Mitteln einen Zentrierständer für kleines Geld baut, hier.

Zum Abschluss noch ein paar Bilder:

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Einspeichen …
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Noch mehr Einspeichen …
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Spannen und Zentrieren …
laufradbau-29-shimano-xt-dt-swiss-e512-zentrieren
Noch mehr Spannen und Zentrieren …
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Größenvergleich 26″ – 29″

Weiter demnächst mit Teil 4 …

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