Cannondale CAADX Sora 2017 – Testbericht und erste Erfahrungen

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Wie versprochen hier nun ein Test und ein erster Erfahrungsbericht mit dem Cannondale CAADX Sora 2017 Multi-Purpose, Do-it-all Cyclocrosser nachdem ich ein paar hundert km damit gefahren bin.

Gleichmal vorab: das Caadx Sora 2017 gibt es soweit ich weiß nicht auf dem deutschen Markt, hier fängt es mit der Tiagra 10-fach Gruppe an. Die Sora ist 9-fach und war für mich neben dem deutlich geringeren Preis DER Anreiz das Risiko eines Fahrradkaufs in UK einzugehen.

Risiko weniger, dass ich bedenken hatte, dass es nicht ankommt oder wegen Mängelreklamationen, sondern eher wegen Rücksendung bei Nichtgefallen – das Porto fiele schon deutlich ins Gewicht …

Gottseidank weiß ich aber was für eine Geometrie mir passt, und die sah gut aus. Die Komponenten sind zwar durchweg nicht Highend, ich konnten mich über die Qualität von OEM Komponenten bisher jedoch nicht beschweren.

Die 9-fach SORA-Gruppe

9-fach war mir von dem her wichtig, da ich 9-fach auch am MTB fahre und es einfach Sinn Macht keine verschiedenen Standards zu fahren. Außerdem ist 9-fach günstig und 10-fach bietet so gut wie keine Vorteile außer eine geringfügig besser abgestufte Übersetzung.

Wie meine durchweg positiven Erfahrungen mit 1×9 am MTB zeigen, ist 9-fach zumindest für mich völlig ausreichend. Wenn dann würde ich vor allem am MTB auf 1×11 gehen, da große Kassetten die Montage größerer und damit günstigerer Kettenblätter zulassen – ein 32er ist auf Ebay deutlich günstiger zu haben als ein 30er, bei einem Presi einer HG400 12-36er Kassette für ca. 16 Euro und einem 30er Kettenblattpreis von ca. 40 Euro ist man mit Versand trotzdem meist noch billiger dran.

Aber ich will ja was über das Caadx Sora 2017 erzählen, darum: Sorry für die kurze Abschweifung. 😉

Mangels Vergleichsmöglichkeiten kann ich nicht viel zur Schaltperformance sagen. Ich könnte mir vorstellen, dass sie bei teureren Gruppen feinfühliger ist, aber für mich ist sie absolut ausreichend. Die Handkraft beim Hochschalten vom kleinen auf’s große Kettenblatt könnte kleiner sein, aber es geht schon.

Die Bremsen (Promax Render R 160/140mm) verzögern gut und quietschen (noch) nicht.

Die Laufräder sind, soweit sich das von außen Beurteilen lässt, sauber aufgebaut mit ausreichend hoher Speichenspannung und bis jetzt gibts keinerlei Probleme und nichts Nachteiliges zu berichten.

Die Schaltungseinstellung war ausreichend, hätte aber besser sein können, muss ich mal bei Gelegenheit richtig machen, vor allem die Umwerfereinstellung nervt etwas.

Auch werde ich nie verstehen warum man Ketten wachst – einen größeren Dreckfänger gibt es nicht – und ich bin nur bei trockenem Wetter gefahren. Besser: gleich entfetten und sparsam ölen.

Sattelstütze: es wäre schön gewesen wenn man eine stufenlos Verstellbare montiert hätte. Kona konnte das am Fatbike auch. Aber die geht auch. Nichts was sich mit Ruhm bekleckern würde, aber sie funktioniert.

Sattel: ein Cannondale Erstausrüstungssattel den man in der Regel eh tauscht. Ich komme einigermaßen mit ihm klar, aber finden ihn nicht optimal. Sattel ist ja sowieso immer so ein individuelles Ding. Ich hab nen breiten Arsch, darum werd ich’s erstmal mit ’nem WTB Volt Comp probieren, den ich auch am MTB fahre – für unter 30 Euro dürfte es kaum was Besseres geben.

Sollte der allerdings nix für’s Rennrad sein, dann werde ich mal den Specialized Toupe antesten.

Reifen & Felgen: Schwalbe Rapid Rob – schick, fahren sich gut, bisher sehr zufrieden. Die Felgen machen einen soliden Eindruck und sind auch einer der Gründe warum ich mich für einen Cyclocrosser entschieden habe – robuste Laufräder sind bei einem Fahrergewicht jenseits der 90 kg kein Luxus wenn man keine LUst hat ständig Laufräder zu zentrieren, der andere Grund war die Möglichkeit 35er Reifen montieren zu können.

Lenker/Cockpit: kann ich auch nicht viel drüber sagen – der Lenker ist formschön und ergonomisch komme ich gut zurecht, das Lenkerband ist angenehm. Sehr positiv – aber darum gibt’s ja Rennlenker – viele Griffpositionen und andere Sitzposition – sorgen für keinerlei Probleme mit eingeschlafenen Fingern.

Sonstiges: Weiterere Gründe gerade dieses Bike zu kaufen waren Gewinde zur Befestigung eines Gepäckträgers und natürlich die Optik – es ist einfach ein sehr schönes Rad!

Fahren mit dem CAADX Sora 2017

Zunächst fällt die höhere Geschwindigkeit auf die man locker fährt, wenn man nur Mountainbikes gewöhnt ist. Das Rad ist zwar relativ schwer im Vergleich zu einem Rennrad – Scheibenbremsen, OEM-Teile, robuste Felgen, größer-volumige Reifen usw. kosten eben ihren Tribut, letztlich ist es aber eine Milchmädchen Rechnung: Leichtbaukomponenten und schmale Reifen dürften das Gewicht um 1-1,5 Kg drücken.

Aber wozu? Masse, vor allem rotierende Masse an den Rädern ist nur beim beschleunigen relevant und bergauf zählt das Gesamtgewicht. Außerdem will ich ja keine Rennen fahren, sondern ein Good-Value Rad ohne Eisdielen-Aufpreis.

Mit der gestreckteren Haltung hab ich eigentlich keine Probleme was sehr erfreulich ist. Schwachpunkt ist bei mir das Gesäß und insbesondere der untere Rücken (Gleitwirbel). Sitzen und Rücken sind wohl von vielen Rennradfahrern ein Problem, vor allem wenn die Saison wieder anfängt. Also mal schauen was ein anderer Sattel und etwas Kräftigung des unteren Rücken bringt …

Was nervt ist ein rhythmisches Knarzen beim Treten. Ich hab allerdings noch nicht lokalisiert woher es kommt. Kettenblatt? Pedale (billige NC-17 Flats …)? Sattelstütze? Sattel? Alles ist möglich. wenn der neue Sattel kommt kann ich den zumindest ausschließen und Pedale kann ich Testweise auch andere montieren.

Ansonsten: macht es richtig Laune zu fahren, mittlerweile mag ich Straße fahren auch ganz gern, das richtige Rad hilft da ungemein. Vor allem macht auch die höhere Geschwindigkeit Spaß, man fliegt regelrecht dahin … und fährt 100, km gemütlich in 4:30h.

Für dieses Jahr hab ich jedenfalls schon ein paar längere Touren im Hinterkopf, wir werden sehen …

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