Akuter Gichtanfall – was tun?

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Jeder mit entsprechender genetischer Veranlagung kennt den Horror dessen was man unter einem akuten Gichtanfall versteht. Ich werde meinen ersten nie vergessen. Ich war Ende Zwanzig und gerade im Urlaub in Mittelamerika. Schon damals war ich eher minimalistisch unterwegs – ein Paar Wanderschuhe und ein paar Flip-Flops. Eines Abends fühlte sich mein Fuß komisch an, Das Großzehengelenk tat tierisch weh, so dass ich nur noch humpeln konnte. Und natürlich war er angeschwollen so dass der Schuh nicht mehr passte … Schöne Scheiße!

Ich hatte damals keine Ahnung bzw. nur eine Vorahnung was es sein könnte. Also biss ich die Zähne zusammen und nach ein paar Tagen konnte ich wieder halbwegs normal gehen. Nach dem Urlaub bin ich dann sofort zum Hausarzt. Und natürlich kam was kommen musste – ab jetzt lebenslänglich Medikamente und eine spezielle Diät – das eben, was beim Thema Gicht auch heute noch weitestgehend schulmedizinischer Konsens ist.

Keine Lust auf Dauermedikation

Allerdings hatte ich keine Lust mit Anfang 30 schon auf Dauermedikation zu sein, so wie mein Vater. Seit ich denken kann nahm er einen Cocktail aus verschieden Pillen. Natürlich hatte ich damals überhaupt keine Ahnung und das Internet mit seinen Recherche Möglichkeiten steckte Anfang der 2000er im Vergleich zu heute ja immer noch in den Kinderschuhen.

So ließ ich es also erst mal schleifen und hatte immer mal wieder kleinere Anfälle. Auch auf die Ernährung habe ich nicht sonderlich geachtet, denn schließlich war ich ja noch jung und wer will da schon vernünftig sein und auf Spaß verzichten? Aber zunächst:

Was ist Gicht und wie sieht die Schulmedizin das?

Laut Schulmedizin wird Gicht durch Anlagerung von Harnsäure-Kristallen verursacht die aus purinhaltiger Nahrung entstehen. Man muss sich das so vorstellen wie wenn sich eine Leitung mit Kalk zusetzt – irgendwann geht kein Wasser mehr durch, und dann staut sich’s und das tut weh. Die Therapie der Wahl bei einem akuten Gichtanfall ist – stark verkürzt ausgedrückt – verschiedene Medikamente die alle sozusagen den „Kalk“ auflösen und die Schmerzen unterdrücken, siehe hier.

Als Ursache wird meist – basierend auf Annahme einer (Harnsäure-) Stoffwechselstörung – ein Zuviel an Fleisch und anderen tierischen Produkten und/oder zu viel Alkohol dafür verantwortlich gemacht (siehe hier).

Seit einiger Zeit spricht sich aber auch im deutschsprachigen Raum so langsam herum was man jenseits des großen Teiches in den USA schon lange weiß – auch Fruktose, also Fruchtzucker (ja, genau, das ganze gesunde Obst!) ist ein Gicht-Trigger, siehe hier.

Dabei hieß es doch früher Früchte seien ja so gesund, Obst und Gemüse könne man beliebig oft und in beliebiger Menge essen, nur das „böse“ Fleisch, das sollte man meiden.

Meine ganz persönliche Erfahrung

Spätestens seit Frühjahr 2016 sehe ich das alles ein bisschen anders. Da hatte ich nämlich nicht nur einen akuten Gichtanfall an EINER Stelle im Körper, sondern einen massiven Fall von Polyarthritis (poly = mehrere, also mehrere Stellen von Entzündungsreaktionen betroffen) der mich über Wochen immobil machte. Das Problem bekam ich durch Heilfasten in den Griff, nachdem die Selbstmedikation durch frei erhältliche Medikamente (im Prinzip niedrig dosiertes Diclophenac bzw. Ibuprofen von dem man einfach statt einer zwei oder drei Pillen auf einmal nimmt – ich konnte ja nicht laufen und somit auch nicht zum Arzt) komplett versagte. Sicher hätte ich irgendwie mit entsprechendem Aufwand zu einem Arzt gehen können oder der zu mir kommen, aber stärkere Medikamente waren für mich keine Option, es musste anders gehen. Auch war es DIE GELEGENHEIT mal das Potential von Heilfasten richtig – also zum HEILEN – zu testen. Und mich Heilen, das tat es dann auch.

Eine traumatische Erfahrung

Ohne Übertreibung war dies eine höchst-traumatische Erfahrung. Schließlich konnte ich praktisch nicht mehr laufen, nur noch gerade so an Krücken und war im Prinzip auf andere angewiesen. Nicht schön.

Und so begann ich mich intensiver mit Ernährung zu beschäftigen. Schließlich kam ich nach einiger Zeit auf den Trichter – was ich ohnehin schon länger vermutete – dass Kohlenhydrate einen großen Anteil daran an meinem „Gicht-Problem“ haben. Kohlenhydrate sind Zucker – ob nun größere Mengen Haushaltszucker, Fruchtzucker oder Getreideprodukte (was letztlich auch nur Zucker ist) grundsätzlich sind die AUSNAHMSLOS nicht so harmlos wie uns immer erzählt wird.

Ja, sie sind sogar richtiggehend schädlich! Dass Menschen mit bestimmter genetischer Prädisposition deutlich anfälliger sind als andere scheint dabei auf den ersten Blick nur ein Nebeneffekt zu sein. In der Regel tut man es dann aber ab und „wirft“ es auf den undefinierten Haufen der sogenannten „Zivilisationskrankheiten“ – und tut damit so als ob das Ganze Schicksal und „vom Himmel gefallen“ sei.


Weit gefehlt! Denn: natürlich hängen die Dinge zusammen und können nicht isoliert betrachtet werden!

Selbst-Beobachtungen

Was ich defintiv sagen kann ist: seit ich Low Carb lebe und größere Mengen und den regelmäßigen Verzehr von Kohlenhydraten meide, habe ich keine Probleme. Und wenn dann rühren sie genau daher, von den Kohlenhdydraten, da ich sie nach Ursache-Wirkung-Prinzip direkt auf Verstöße gegen meine eigenen Ernährungs-„Richtlinien“ zurückführen kann.

So versuche ich 6 Tage die Woche Low Carb zu leben, d.h. weniger als 100g, oft sogar weniger als 50g Kohlenhydrate/Tag zu essen, und einen Tag die Woche sehe ich es nicht so eng („Cheat Day“). Manchmal werden es auch zwei, und ganz, ganz selten auch mal mehrere Tage am Stück.

So wie neulich im Kurzurlaub in Italien. Da trinke ich dann auch Bier und Wein, esse Süßkram, Pizza, Pasta, Pommes und Brot. Je nachdem wie stark ich „über die Stränge schlage merke ich dann mehr oder weniger unmittelbar die Auswirkungen. Aber immer zuerst am Wohlbefinden. Blähungen, Völle-Gefühl und ein Gefühl des „Aufgedunsen-Seins“ durch kohlenhydratbedingte Wassereinlagerungen.

Am nächsten Tag dann oft sekundäre Beschwerden im Fuß, der sich dann etwas „komisch“ anfühlt, oder, dass die Achilles-Sehne oder das Fussgewölbe schmerzt. Auch in den Fingern bekomme ich’s manchmal, sie fühlen sich dann seltsam steif an. Seltener im Rücken, kam aber auch schon vor.

Das Problem dabei ist, dass man lernen muss darauf zu achten, sonst denkt man nur: „Was ist da los, wo kommt das denn her?“

Seit damals kein akuter Gichtanfall mehr

Eigentlich ist es aber immer das gleiche Muster und ich kann quasi fast schon die Uhr danach stellen: über die Stränge geschlagen: > Symptome. Darum bin ich 100% davon überzeugt, dass der Grund warum sich bisher kein akuter Gichtanfall mehr einstellte an folgenden Umständen liegt:

  1. Kohlenhydratarme Ernährung, die reich an tierischen Fetten ist, d.h. tendenziell schaffe ich innerhalb meines Körpers Klima das Harnsäureanlagerung verhindert, sich als gar nicht erst anlagert, UND/ODER schnell abgebaut wird.
  2. Wenn ich spüre, dass „etwas im Busch“ ist, z.B. nach einer Party mit Alk und Party-Snacks, trinke ich viel Wasser um die schlechten Substanzen schnell wieder auszuschwemmen – wobei das meist eine intuitive Sache ist, weniger dass ich mir sage, ich muss jetzt …
  3. Regelmäßige moderate Bewegung – in meinem Fall Radfahren

Wie ich das Gichtproblem heutzutage sehe

  • Gicht ist bei weitem nicht so schlimm wie man denkt wenn man verstanden hat wie sie funktioniert, Anfälle sind absolut vermeidbar bzw. steuerbar!
  • Gicht ist durch richtige Ernährung (Low Carb/LCHF) sehr einfach in den Griff zu bekommen
  • Man kann/sollte – muss aber nicht AUF ALLES IMMER verzichten. Man kann auch mal Bier trinken und sogar auch mal richtig über die Stränge schlagen, sofern man sich danach wieder einkriegt und nicht so weiter macht. Die Schlüsselwörter sind: Low Carb, Limitierung und das richtige Timing! Der Low Carb Lifestyle ist extrem einfach durchführbar, da, sobald die Kohlenhydrate fehlen und der eigene Stoffwechsel auf Fett als Primär-Energiequelle umgestellt ist man kein Problem mehr mit (Heiß-) Hunger hat.
  • Fleisch ist nicht „böse“, auch rotes Fleisch nicht sofern das Fleisch aus guten, vertrauenswürdigen Quellen kommt, am Besten „vom Bauer des geringsten Misstrauens“ der seine Tiere gut hält, gut behandelt und vor allem richtig füttert (am besten Gras und kein sogenanntes „Kraftfutter“)
  • Pflanzennahrung ist überbewertet, wenn nicht sogar richtiggehend ungesund und sollte daher limitiert werden. Tiere und deren Produkte zu essen ist unsere natürliche Ernährungsform. Kein Mensch kann sich dauerhaft von Pflanzennahrung ernähren und dabei gesund und leistungsfähig sein. Naturerkenntnis hilft … siehe beispielsweise die Bush Tucker Diät der Aborigines
  • Es gibt keine essentiellen Kohlenhydrate, wohl aber essentielle Amino- und Fettsäuren, das sollte uns etwas sagen!
  • Unser Körperfett, inklusive unserem Gehirn und Knochenmark besteht aus gesättigen Fettsäuren – TIERISCHEM FETT – ungesättigte, pflanzliche Fettsäuren zu verzehren, vor allem in größeren Mengen, und zu erwarten, dass sie sich durch wie durch Magie in gesättigte Fette verwandeln ohne unserem Körper zu schaden ist KOMPLETT UNLOGISCH, und Cholesterin ist auch nicht böse!
  • Abschließend: eine bestimmte Diät ist nicht nötig – einfach die meiste Zeit auf Kohlenhydrate inklusive Alkohol (Bier vor allem und Schnaps) verzichten, dafür mehr tierisches Fett und moderat Fleisch essen. Tipp: wem Fleisch zu teuer ist – dem sei 1x die Woche Kalbsleber als Superfood empfohlen!

Zum Schluss noch ein Hinweis zur Sicherheit: es handelt sich hier um meine Gedanken und Einsichten. Ausprobieren auf eigene Gefahr! Konsultiert im Zweifelsfall lieber einen Arzt, aber einen guten, der sich auskennt und/oder offen gegenüber neuen Ideen/Erkenntnissen ist. So ein Arzt ist allerdings nicht so einfach zu finden, ich würde mich eher an jüngere, engagierte Ärzte halten, die sind meist noch idealistisch, obwohl das auch keine Gewähr ist …

Wer sich allerdings nun selbst auf eine Entdeckungsreise begeben möchte und sich mehr mit natürlicher Ernährung befassen will, dem sei Aajonus Vonderplanitz empfohlen, als auch Natasha Campbell-McBride. Beide befassen sich zwar nicht explizit mit Gicht und Polyarthritis, aber das zugrunde liegende Problem ist das Gleiche: die UNNATÜRLICHE Ernährung und Lebensweise des modernen Zivilisationsmenschen der sich nicht mehr von natürlicher Nahrung sondern von menschengemachten Industrieprodukten ernährt, die oft keinen Nährwert haben und im besten Fall nur Füllmaterial sind.

We want to live von Aajonus Vonderplanitz
Der Cholesterin-Bluff von Dr Natasha Campbell-McBride

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